Anarchisch, politisch, schräg: Kreuzberg und mehr

12. Juli 2017
Von Holger Matthies

FLOTTWELL BERLIN Hotel - Fahrradtour durch Kreuzberg

So lautet die der Titel einer unserer Fahrradtouren, vom FLOTTWELL BERLIN Hotel startend und auch wieder endend.

Durch einen lebendigen, mit Alt und Jung gemischten Gleisdreieckpark, entlang der ICE-Strecke, geht es kurzum vorbei am Namensgeber des Bezirks, dem Kreuzberg. Mit stattlichen 66m ist es für unsere schweizerischen mitfahrenden Gäste eher ein Hügel, für unsere holländischen Gäste höher wie die „Dutch mountain“.  Einige Flaschen Wein werden so manches Jahr aus den Trauben von seiner Südseite gewonnen. Der Blick von „oben“ über die Stadt lohnt sich.

Das Highlight der Tour kommt kurz nach der Marheinekehalle, einer von vierzehn ehemals vorhandenen Markthallen der Stadt, auf dem Tempelhofer Feld. Der heute bespielbare und mit Fahrrädern befahrbare Flughafen Tempelhof. 2.100m ist eine Strecke lang. 2.100m Anlauf um mit dem Fahrrad um abzuheben. Mit dem heutigen Rückenwind ist das fast möglich. Windsurfer und Skilangläufer üben hier auf dem Asphalt, mit Rollen unter ihren Gefährten. Durch den vielseitigen Graefekiez, kurz entlang des Paul-Lincke-Ufers, geht es dann an der augenblicklich im Bau befindlichen Hochbahnstrecke, der alten Linie U 1, zum Schlesisches Tor und über die Oberbaumbrücke. Der Blick über die Spree, und die dort immer wieder bewusst werdende ehemalige Teilung der Stadt in Ost und West, ist beeindruckend. Entlang der Mauergalerie, der East Side Galery, sind die alten Bilder vom Bruderkuss zwischen Breschnew und Honecker und  der Trabi in „Test the Best“ immer noch Publikumsmagneten.

Am Bethaniendamm, mit den Plattenbauten zur Einen und den Gründerzeitgebäuden zur Anderen, wird deutlich wie tief der „Graben“ damals verlief. Das alte und neue Presseviertel an der Kochstraße touchierend geht es am Jüdischen Museum vorbei, über den Landwehrkanal hinweg am Technischen Museum entlang zurück in den Gleisdreieckpark.

Gäste des Hotels und Sprachschüler einer nahegelegenen Sprachschule nehmen gern an den Wochenend-Fahrradtouren teil. Das Gros der Sprachschüler sind junge Menschen, meist noch nicht 20 Jahre alt. Sie alle wollen frühzeitig Deutsch lernen. Und teilweise sprechen sie es bereits gut. Bei unseren angebotenen Fahrradtouren gibt es dann zwei Vorteile. Zum einem auf Deutsch etwas über Berlin zu hören und zum anderen eine spannende Tour durch das heutige Berlin. Und das Spannendste aus junger Sicht ist dann noch immer oder immer wieder Kreuzberg mit seinen vielen verschiedenen Gesichtern.

„Schön bunt ist es in Berlin, aber Leben könnte ich hier nicht.“, heißt es von der jungen Frau, aus der beschaulichen französisch sprachigen Schweiz kommend, zum Abschluss. Der junge Mann aus Italien dagegen bleibt zwei Monate und ist ganz neugierig auf eine weitere Flottwell Fahrradtour durch die Stadt.