Die Joseph-Roth-Diele

14. Februar 2018
Von Beate Huss

FLOTTWELL BERLIN Hotel - Blog-Beitrag - Junge Arbeiterin

Junge Arbeiterin - Zeichnung: Beate Huss

Das FLOTTWELL BERLIN Hotel ist genau in der Mitte der Stadt versteckt. Ein kurzer Blick auf Google Maps beweist es. Das rote Fähnchen des FLOTTWELL BERLIN Hotels weht in einem spannenden Zentrum der Metropole.

Fünfeinhalb Minuten zu Fuß vom FLOTTWELL BERLIN Hotel entfernt liegt die Potsdamer Straße, deren breite Schnur so manche rare Perle an Galerien, angesagten Stores und kulinarischen Altären auffädelt. Geheim, verborgen und deshalb frei vom üblichen Touristenstrom.

Nach einem Bummel durch die edlen Geschäfte lädt uns am nördlichen Teil auf der rechten Seite der Potsdamer Straße die Joseph-Roth-Diele zu einem köstlichen Mittagsessen ein. Über einen roten Teppich, der ausgerollt auf einer Rampe liegt, betritt man barrierefrei die gute Stube, an deren Tischen man den „Rothen“ Joseph spürt. Die Zeit scheint irgendwann in den 19hundertzwanziger Jahren stehengeblieben zu sein. Die Gäste sind genauso jung und lebhaft wie damals. Nur heute bringt die Szene ein anderes Arbeitergesicht hervor.

Die Mahlzeiten sind gutbürgerlich und süddeutsch. Ein zarter Käsefaden zieht sich durch das Restaurant am hübschen Mundwinkel einer jungen Dame entlang, durch die Stoppeln eines hippen Männerbartes.

Ich bestelle den Mittagstisch für „vierfünfundneunzig“ und bin völlig überrascht von der delikaten Qualität. Der Salat ist so frisch, wie das Gemüse in der Lasagne. Kein Wunder ist die Diele so beliebt. Zum Nachtisch bestelle ich „Hotel Savoy“ in Taschenbuchformat und löffle dazu genüsslich den Schlag meines Einspänners. Die Wiener Kaffeespezialität bringt mir den Romaninhalt des österreichischen  Schriftstellers nah.

Man fragt sich, ob die Atmosphäre abends anders ist. Vielleicht glänzt dann ein heißes Würstchen im Kerzenlicht an einer schweren Gabel, vielleicht wird dann der Senf am Kinn in eine gestärkte Stoffserviette gewischt?

Auf jeden Fall kann das bis 21:45 Uhr getestet werden, denn bis dahin darf man die warmen Speisen ordern. Um 24:00 Uhr wird dicht gemacht.