Frühstücksgeschichten

20. November 2016
Von Beate Huss

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Emmy unterm Mirabellenbaum - Zeichnung: Beate Huss

Im Garten der Hausdame

Frisches Obst so rein, wie gerade vom Baum gepflückt. Croissants, locker und buttrig, wie das letzte Mal in Paris hineingebissen. Eier, frisch gelegt, man hört noch die sorglosen Hühner gackern. – Das Frühstücksbuffet des FLOTTWELL BERLIN Hotels beglückt seine Gäste und beschenkt sie mit einem guten Start in die alltägliche Bestimmung.

Neulich entdeckte ich im reichlichen Angebot ein Gläschen gefüllt mit goldenen Erinnerungen an einen heiteren Sommer.  „Wo kommt denn diese exquisite gelbe Zwetschgenmarmelade her?“, frage ich. „Das ist selbst gemachte Mirabellenkonfitüre!“, berichtigt mich die Hausdame Manuela Reichert, die sich für das wunderbare Frühstücksbuffet verantwortlich zeigt.

„… und“, so verrät sie mir weiter, habe sie die rotwangigen, goldgelben Früchte eigenhändig im August von ihrem alten Baum gepflückt. Dieser herrliche Kerl steht auf einer bunten Blumenwiese in ihrem Garten im Wedding. Seine weißen Blütenblätter wurden schon vor ’zig Jahren auf der sanften Oberfläche der Panke an milden Frühlingstagen in die staubige Berliner Mitte hinab getrieben.

Auch Erdbeeren, Sauerkirschen, Stachel- und Himbeeren erntet Frau Reichert und wenn es ihr die Zeit erlaubt, kocht sie die Früchte für die Gäste unseres Hotels liebevoll zu Marmeladen ein. So beliefert sie das FLOTTWELL BERLIN Hotel mit regionaler Ware, unbehandelt und 100 prozentig aus biologisch-fürsorglichem Anbau.

Wenn Manuela Reichert nach der Arbeit mit Emmy, ihrem Jack Russell Terrier zum Garten spaziert, denkt sie oft an das Gärtchen ihrer Oma Lutzi. Manuela Reichert durfte dort schon als kleines Mädchen ein eigenes Gemüsebeet anlegen und ihr kleiner Bruder hatte ein Tag nach der Aussaat neugierig nach den versprochenen Möhren gebuddelt, erzählt sie in ihrer schelmischen Art.

Die Erinnerungen von Frau Reichert scheinen wie milde Sonnenstrahlen in die Hotellobby. Sie erhellen den naßgrauen Novembermorgen. Ich schneide noch ein drittes, knuspriges Brötchen auf, verstreiche genüsslich die Mirabellen-Marmelade. Ich verkneife es mir ein Gläschen davon in meine Handtasche rutschen zu lassen und freue mich über dieses Inhaber geführte, städtische Privathotel, das mich wie zu Hause fühlen lässt.