Heute, da geh’n wir in den Park am Gleisdreieck

30. Mai 2016
Von Beate Huss

Basketballspielerin

Manche liegen nur so da,
manche lieben sich sogar…

So zum Beispiel 3 braun gebrannte Jungen und 2 schwarze Mädchen im Park auf dem Flachdach eines 3 Meter hohen Schaltstellenhäuschens, bunt besprüht mit friedlichen Parolen. Sie beobachten von ihrer VIP-, pardon HIP-Tribüne aus das Basketballspiel unter ihren durchtrainierten, baumelnden Athletenbeinen. Lässig fangen sie die Bälle aus dem Spiel und versenken diese selbstbewusst ins weltweite Netz. Die Sonne scheint hier besonders schnell, im sportlichen Park am Gleisdreieck, nur 50 Meter vom FLOTTWELL BERLIN Hotel entfernt, quasi gegenüber! Das ist nur einer von vielen Gründen, weshalb wir kinderfreundlich sind.  Ohne mich bewegen zu müssen, räkle ich mich auf einer Holzbank am Rande des Geschehens.

Ich schließe meine Augen. Hinter meiner Parkbank höre ich die wilden Blüten treiben. Vor vielen grauen Jahren haben sich diese Gewächse auf unbekannte Reisen begeben. In goldenen Containern auf Güterwaggons. Damals noch in einem jugendlichen Stadium, als Saatgut aus fernen Ländern, wurden sie mitten in das Herz von Berlin verfrachtet. Als blinde Passagiere, so to tell, Mr. Flottwell!, direkt vor ihr Hotel …

Mitten im Grünen sitzend, eingehüllt in die Geräuschwolke der gemütvollen U-Bahnlinie 2 über meinem Kopf, genieße ich den Buzz von Berlin. Bald werden hier eine, zwei Kunst- oder zwei, drei Modemessen, wie zum Beispiel zur Fashionweek, die PREMIUM, eröffnet. Oder ist es die Bühne für ein Open-Air-Radio- und Freizeit-Konzert, rätsele ich beim Anblick schwer mit Muskeln bepackter Arbeiter. Kabel legen sich elegant um tätowierte Oberarme. Hipster auf der Baustelle, verdienen ihre Studien- und Frisörgebühren unter freiem Himmel. Das ist die Berliner Luft!

Diese atme ich tief ein, als eine kleine 8-köpfige Großfamilie in die abendliche Nachmittagssonne schlendert, allesamt, so auch der Familienvater, mit blonden bodenlangen Haaren und jeweils einem blonden Hündchen an der pinkfarbenen Leine. Sie grüßen freundlich die friedlichen Großtouristen. Sie grüßen aber auch genau so freundlich die unter dunklen Tüchern oder unter noch dunkleren Bärten verhüllten, vielleicht auf der Flucht befindlichen Menschen, vielleicht vor dem eisigen Wind Europas. Sie alle wärmen sich im milden Klima eines weltoffenen Parks, am Gleisdreieck, in dem schon immer seltene Pflanzen aus fernen Ländern gestrandet sind, um eine neue Heimat zu finden und um die Urbewohner freundlich mit ihren fremden Kulturen zu bereichern. Wie einst das weitgereiste Saatgut …