Kultur im FLOTTWELL BERLIN Hotel

7. Juni 2016
Von Beate Huss

Theaterstück "Mürrische Brüste" - Zeichnung: Beate Huss

Theaterstück "Mürrische Brüste" - Zeichnung: Beate Huss

Mürrische Brüste

Theater in Berlin fusionieren. Die Zahl der Schauspielhäuser wird reduziert. Pro Haus ist nur noch eine Hand voll Schauspieler angestellt.
Berlin, die kreative Hauptstadt, beherbergt aber bei weitem mehr brilliante Theaterschauspieler, Regisseure und Bühnenbildner, als dafür jemals Stellen an Festspielhäusern ausgeschrieben werden. Das FLOTTWELL BERLIN Hotel begibt sich immer wieder auf die Suche nach diesen Perlen, und bietet Künstlern ein Forum für ihr Können.

Den Hotelgästen, Nachbarn, und auch unseren Mitarbeitern wird der Genuss von Kunst und Kultur geboten. So auch letzte Woche. Am Donnerstag wurde die Hotel-Lobby mit Brettern, die eine Welt bedeuten, verlegt. Wie bei allen anderen Theatern der Welt baut sich die Bühne auch hier vor der ersten Publikumsreihe auf.

Und dort ging der Vorhang auf für Susann Toni Wagner und Andrej Togni. „Mürrische Brüste“ wurden von der Regisseurin Maike Techen meisterlich in Szene gesetzt. Die beiden Darsteller untermalten sich selbst musikalisch, auf ganzen 4 Instrumenten, inklusive Gesang und Puppenspiel. Heiter, tragisch, bedrohlich, manchmal gerade deshalb komisch führten uns die beiden Künstler durch gut 200 Jahre Geschichte der Beziehungskrisen.

So zum Beispiel die Krise von Anais mit zwei I-Punkten Nin, deren Taktik es war, ihrem Angebeteten Interessenlosigkeit vorzugaukeln. Dies wurde mit ihrem exzentrischen Selbstbewusstsein überzeugend und ironisch von Susann T.Wagner dargestellt. Andrej Togni alias C.L. Baldwin setzte der narzisstischen Schriftstellerin und Muse einen Spiegel in Form einer Kamera vor, mit der er ihres, aber auch sein eigenes selbstverliebtes Drama filmte. Et Voilà! Zwei (Selbst-)Verliebte, die sich post mortem nochmal auf der Bühne in unserem Hotelfoyer treffen, lieben und hassen durften.

Das Stück und somit die Beziehungsgeschichten endeten mit der Gesangseinlage „By, by Love“ von den Everly Brothers. Die Pärchen im Publikum wippten amüsiert im Takt mit ihren Füßen. Aber keine Sorge, sie machten alle den Eindruck, als ob sie noch länger zusammenbleiben wollten.